Bisherige Preisträger

… des Hessischen Elisabeth-Preises für Soziales 2018 im Video-Porträt.

 

1. Preis (8.000 Euro): „SOwieDAheim“ / Alzheimer Gesellschaft Main-Kinzig e. V.

„SOwieDAheim“ will neue Wege in der wohnortnahen Versorgung Älterer bieten (mit und ohne Demenz). Zwischen 2006 und 2016 war das Projekt ein Modellprojekt des Main-Kinzig-Kreises in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft MKK. Inzwischen ist das Projekt ein Regelangebot (finanziell gefördert vom Land und den Kassen) und ein fester Baustein in der Versorgungsstruktur.Es bietet (Tages-)Pflege, Unterhaltung, Bewegung, Beratung für Betroffene – daheim alleine oder auch in Gruppen als Gäste in Privathaushalten. Dazu wurden Freiwilligenstrukturen aufgebaut. Die derzeit 80 freiwilligen Betreuungspersonen sind geschult und erhalten ein Honorar. 68 Menschen werden in unterschiedlicher Intensität betreut. Jeder neue „Gast“ wird sehr individuell betreut und begleitet.

2. Preis (4.000 Euro): „Kunst- und Aktionstage Demenz“ / Oberhessisches Diakoniezentrum Laubach

2009 wurden mit finanzieller Unterstützung der Robert Bosch-Stiftung die Kunst- und Aktionstage in Laubach und Umgebung ins Leben gerufen. Programmpunkte sind zum Beispiel: Besuch von Ausstellungen, Besuch von Gottesdiensten, die Menschen mit Demenz in den Mittelpunkt stellen, Fachvorträge, Tanz-Cafe, Gesprächs- und Singkreise. 2010 wurde auch ein eigenes Theaterstück rund um das Thema Demenz aufgeführt. Seitdem wurde eine Vielzahl weiterer Aktionen und Veranstaltungen aufgesetzt, zum Teil mit Kooperationspartnern.

2. Preis (4.000 Euro): „Gedächtnisspuren. Kunst und Demenz“ / Kooperation der Ev. Altenhilfe Gesundbrunnen gGmbH, der Museumslandschaft Hessen Kassel und der Universität Kassel

Bei den Museums-Besuchen steht nicht die Vermittlung von Wissen im Vordergrund, sondern es sollen mittels der Kunstwerke Emotionen und Erinnerungen der Teilnehmer (Demenzerkrankte) erweckt und eine Geschichte entwickelt werden. Dazu werden emotionale Eindrücke zu einem betrachteten Bild gesammelt, festgehalten und verdichtet. „Gedächtnisspuren“ wird anhand dokumentierter, verschiedener Ansätze sowie entsprechender Auswertungsgespräche im Nachgang mit Betroffenen und teilnehmenden Fachkräften stetig weiterentwickelt.

2. Preis (4.000 Euro): „Theater trifft Demenz“ / Evangelische Andreasgemeinde Niederhöchstadt

Seit April 2016 treffen sich wöchentlich 15 bis 20 Menschen mit und ohne Demenz unter theaterpädagogischer und gerontologischer Anleitung zu begleiteten Übungen und Proben. Die geprobten Stücke kommen auch zur Aufführung. Sie folgen keinem festen Drehbuch, sondern folgen „der Lebenswelt der Teilnehmer“. Ziel des Projektes soll es sein, zum einen demenzkranke Menschen zu integrieren und sie zu stimulieren, aber auch generelle Präventionsarbeit zu leisten durch kognitive Reize. Die Teilnehmer unternehmen darüber hinaus gemeinsame Theater- und Museumsbesuche.

3. Preis (2.500 Euro): „Momente des Erlebens – Führungen für Menschen mit Demenz“ / Caritasverband für den Bezirk Main-Taunus e.V. in Kooperation mit dem Stadtmuseum Hofheim im Taunus

Erkrankten und ihren Angehörigen soll die gemeinsame Teilnahme an regionalen, soziokulturellen Angeboten ermöglicht werden. Dazu werden seit 2014 speziell zugeschnittene Führungen durch das Stadtmuseum Hofheim angeboten. Das Projekt versteht sich auch als Initialgeber für inzwischen weitere Angebote in diesem Bereich im MTK. Eine Mitarbeiterin des Museums sowie eine der Fachstelle Demenz begleiten den Museumsbesuch, der mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken beginnt. Teilnehmen können Menschen aus Privathaushalten oder Einrichtungen. Die Dauer der Führung und die Wahl der Exponate richten sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmer.

3. Preis (2.500 Euro): „Winkelsmühle – Ort der Begegnung“ / Diakonisches Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau

In der Winkelsmühle können Menschen jeden Alters, jeder Herkunft, mit und ohne Einschränkung zusammenkommen. Die Begegnungs- und Gruppenangebote leisten Freiwillige, es besteht darüber hinaus eine Netzwerk-Kooperation mit professionellen Partnern aus kommunalen und kirchlichen Trägern und anderen Initiativen. Ein Schwerpunkt des Angebotes liegt auf dem Thema Demenz. Dazu wurde im Jahr 2003 das „Demenzforum Dreieich“ gegründet, aus dem heraus ein niedrigschwelliges Betreuungsangebot für Menschen mit Demenz („AusZeit“) etabliert wurde. Dieses wurde in den letzten drei Jahren deutlich ausgeweitet: Drei „AusZeit“-Gruppen gibt es derzeit in der Winkelsmühle, deren Mitglieder bei Bedarf sogar zu Hause abgeholt werden können. 13 Freiwillige kümmern sich um sie. Sie bieten den Demenzkranken Singkreise, Feste zu verschiedenen Anlässen, ein Sonntagscafé und ein kreatives Angebot, speziell für Menschen mit nachlassendem Gedächtnis.

3. Preis (2.500 Euro): „Menschen mit Demenz besuchen das Stadttheater Gießen“ / Kooperation des Stadttheaters Gießen und der lnitiative Demenzfreundliche Kommune – Stadt und Landkreis Gießen e.V. (lDfK)

Menschen mit Demenz und ihre Angehörige werden regelmäßig zu den Proben des Stadttheaters Gießen eingeladen. Dazu meldet man sich beim Verein „Initiative Demenzfreundliche Kommune“ an. Zur Hinführung an das gegebene Musik-, Theater- oder Ballett-Stück wird zunächst eine Gesprächsrunde eingerichtet, in der zum Beispiel einzelne Musikinstrumente zum Anfassen und Ausprobieren gezeigt oder gemeinsam Tanzhaltungen eingenommen werden. Gemeinsam sollen Erinnerungen wachgerufen und –gehalten werden. Auch das Programm wird mittels Anschauungsobjekten vorgestellt und greifbar gemacht.

3. Preis (2.500 Euro): „moment! Motorisches und mentales Training“ / Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen, Frankfurt

Bei diesem Projekt wird seit 2010 eine demenzspezifische Qualifizierung für Experten aus den Bereichen Sport und Bewegung sowie Pflegekräfte geboten, die den so Ausgebildeten ein motorisches und mentales Training für und mit Menschen mit Demenz ermöglicht. Die Ausgebildeten erfahren einen dreistufigen, modular aufeinander aufbauenden Qualifizierungsprozess. Dabei werden sie in wichtigen Themen wie Kräftigung, Sturzprophylaxe, Bewegungsübungen im Sitzen, etc. geschult. Das anschließende Gruppenangebot für Betroffene kann ambulant oder innerhalb stationärer Einrichtungen erfolgen und wird von der Diakonie z.B. durch die Bereitstellung von Koffern mit notwendigen Übungs-Utensilien zusätzlich unterstützt.